Montag, 14. März 2011

Die Stalker-"Trilogie"

Ich bin jemand, der gerne über Hintergründe Bescheid weiß und sich deshalb auch dementsprechend informiert - Wenn ich einen interessanten Film gesehen habe, lese ich danach meist im Internet darüber nach. Auf diese Weise erfährt man nicht nur von versteckten Gags und nicht offensichtlichen Zusammenhängen, die man sonst übersehen hätte, sondern erhält auch oft Einblick in die Vorlage beziehungsweise Inspiration des Werkes. Eben diese Vorlage kann sich dann in vielen Fällen als genauso interessant - wenn nicht sogar interessanter - als das Ausgangswerk selbst herausstellen.
So brachte mich beispielsweise ein Dagobert Duck-Comic (von wegen kindisch!) des genialen Zeichners Don Rosa dazu, den finnischen Nationalepos "Kalevala", der übrigens auch eine große Inspiration für J. R. R. Tolkien darstellte, zu lesen.


Als ich mir nun eines Tages in der Schule, als der Unterricht wieder einmal unglaublich sinnlos war, die Zeit mit Wikipedia-Zufallsartikeln vertrieb (durch die ich schon kuriose Dinge wie die Wunderbeere zu Tage gefördert habe), stieß ich auf den Artikel zu einem sowjetischen Film namens Stalker aus dem doch schon verhältnismäßig lang vergangenen Jahr 1979. Sofort habe ich mir einen gewissen Schulkollegen zu Rate geholt, der die Videospiel-Serie mit dem ähnlichen Namen "S.T.A.L.K.E.R." genauso vergöttert wie ich die "Gothic"-Reihe.
Und tatsächlich - Obwohl wir es anfangs gar nicht erwartet hätten, erkannten wir nach Lesen der Inhaltsangabe, dass zwischen Film und Spiel tatsächlich ein Zusammenhang besteht.

Kurz zu S.T.A.L.K.E.R.: Der erste Teil, "Shadow of Chernobyl", spielt in der sogenannten Zone um das AKW Tschernobyl, die bevölkert ist von Mutanten, schießwütigen Banditen und verschiedenen Fraktionen von "Stalkern", herumziehenden Sammlern von seltenen Artefakten, kämpfend einerseits gegen die Regierung und andererseits gegen die unbarmherzige Zone voller tödlicher Anomalien und monströser Gegner.
Auch wenn das Spiel bei weitem nicht perfekt ist, hat es doch eine stimmige Atmosphäre und vor allem gegen Ende eine tolle Story.
Aufgrund meiner schon in der Einleitung erwähnten Vorliebe hatte ich natürlich sofort das Verlangen, mir den entdeckten Stalker-Film zu Gemüte zu führen, der, wie ich annahm, die Vorlage für das Videospiel darstellt.
Als ich allerdings im Internet auf keine vernünftige Version stieß, ließ ich dieses Unterfangen bleiben und wandte mich "wichtigeren" Dingen zu.

Bis mich mein Vater plötzlich darum bat, Filme eines gewissen sowjetischen Regisseurs namens Andrei Tarkowski zu downloaden. Bei diesem Namen klingelte es bereits bei mir - und tatsächlich, eines seiner Werke: Stalker.
Dermaßen gestalkt von Stalker kam ich natürlich nicht darum herum, mir den Film schließlich doch anzusehen, nachdem sich mein Vater dazu entschloss, sich gleich eine Collection von Tarkowski-Filmen zu kaufen.
Screenshot aus dem Film

Auch der Film spielt in einer Zone, logischerweise jedoch nicht in Tschernobyl (auch wenn in einer Szene interessanterweise im Hintergrund scheinbar die Kühltürme eines AKWs zu sehen sind) und handelt von "Stalker", einem Mann, der Frau und Kind ernährt mit illegalen Ausflügen in die abgesperrte Zone. Seine Kunden, zur Zeit der Handlung ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller, führt er, vorbei an den Gefahren des wundersamen Gebiets, zu einem geheimnisvollen Raum, in dem Wünsche wahr werden.
Die Zone wurde, im Vergleich zum Videospiel, im Film vergleichsweise harmlos dargestellt - Unbewohnte Landstriche und überwachsene Industrieruinen bilden hier den mysteriösen Ort der Handlung, was allerdings der Atmosphäre keinen Abbruch tut, im Gegenteil: Dichter und schöner  könnte die Stimmung nicht sein, und trotzdem fühlt man die ominöse Bedrohung, die von der Zone ausgeht. Dies liegt auch zum Teil am subtilen, harmonischen Soundtrack, der sich wundervoll einfügt.

Die langen, langsamen Kamerafahrten tragen ihr Übrigens zur perfekten Stimmung bei, die dieser Film zweifelsohne schafft.
Stalker ist allerdings mehr als nur Augenschmaus - Auch inhaltlich und vor allem philosophisch bietet Tarkowskis Werk viele Ansätze und regt zum Mit- und Nachdenken an.

So begeistert von diesem besonderen Film habe ich auch hier recherchiert und bin auf die Buchvorlage, verfasst von den Brüdern Arkadi und Boris Strugazki, gestoßen: Picknick am Wegesrand heißt das gute Stück, das ich mir dann natürlich auch gleich gekauft habe.

Auch diese Geschichte spielt - wie sollte es anders sein - in einer Zone. Einer von sechs, offenbar außerirdischen Ursprungs, um genau zu sein.
Hier ist die Zone wieder gefährlicher und weniger einladend als im Film, und generell scheint sich die Videospiel-Reihe eher am Roman inspiriert zu haben.
Die Hauptperson ist der "Schatzgräber" (im Russischen "Сталкер" - "Stalker") Roderic Schuchart, der illegal Artefakte aus dem Sperrgebiet schmuggelt und sich dabei nicht nur allerlei unnatürlichen Gefahren, sondern auch dem Gesetz und seiner Umwelt stellt.
 Anfangs aus der Ich-Perspektive erzählt, wechselt die Erzählung später in die dritte Person und verfolgt auch einen Abschnitt lang die Handlungen einer zweiten Figur, bevor sie am Ende zurückkehrt zur Hauptfigur.

So viel ich über das Buch auch sagen könnte, am Besten hat sich der polnische Autor Stanisław Lem ausgedrückt:
„In 'Picknick am Wegesrand' ist der kosmische Besuch nicht eine Seltsamkeit um der Seltsamkeit willen, sondern er legt die Ausgangsbedingungen für ein Gedankenexperiment auf dem Gebiet der 'experimentellen Geschichtsforschung' fest, und gerade das macht den Wert dieses Buches aus.“

Alle drei Medien und ihre Art der Verarbeitung des prinzipiell gleichen Konzepts sind auf ihre Weise gelungen umgesetzt worden und auf jeden Fall empfehlenswert.

Samstag, 19. Februar 2011

Erste Infos zu Risen 2!

Dark Waters - Diesen schönen Untertitel trägt die Fortsetzung des von Piranha Bytes entwickelten und 2009 erschienenen Rollenspiels.
Heute sind in der aktuellen PCGames erste Infos zum Nachfolger veröffentlicht worden, auf die die gesamte Community schon seit geraumer Zeit wartet.
Eine Zusammenfassung des Artikels, inklusive Screenshots, findet sich in diesem Beitrag.
Eine Teaser-Seite ist ebenfalls eingerichtet worden, und zeigt eine nächtliche Insel, mitsamt glühenden Monsteraugen in den Büschen und einer am Strand stehenden Person, ausgerüstet mit einer Schusswaffe.
Schusswaffen? In my Risen? It's more likely than you think!
Denn auch wenn es sich bei Risen 2 nach wie vor um ein Fantasy-Rollenspiel handelt, wird es im Spiel erstmals auch Pistolen, Vorderlader, Musketen und ähnliches geben. Und das passt sehr gut ins Setting, welches nämlich stark an "Fluch der Karibik" erinnert - Karibisches Flair, vielerlei Inseln, große Schiffe, und natürlich Piraten - Eine schöne Idee, dass man sich noch weiter vom typischen Gothic-Mittelalter entfernt und etwas frischen Wind in die Segeln ins Genre bringt!

Interessanterweise hat sich Piranha Bytes scheinbar doch sehr stark von der Community inspirieren lassen und ist auf die Wünsche der Fans eingegangen, denn schon seit Risen 1 hat es zahlreiche User gegeben, die sich für eine Piratenstory und Schusswaffen ausgesprochen haben, und nun ist es schön zu sehen, dass diese Wünsche offenbar zur Kenntnis genommen wurden.

Ich als eingefleischter Piranha Bytes-Fan freue mich auf jeden Fall über die Ankündigung - Ein tolles Setting, viele sinnvolle Neuerungen und interessante Features - Da kommt was tolles auf uns zu!

Sonntag, 9. Januar 2011

Schadenfreude...

...ist ja bekanntlich die schönste Freude.
Darum war ich heute auch sehr angetan, als ich auf WorldOfRisen gelesen habe, dass der österreichische Publisher JoWood, der meine geliebte Gothic-Serie zuerst ganz vorbildhaft herausgebracht, sich dann die Rechte erbeutet und eine Ansammlung von grotesken Machwerken, die sich perverserweise eben auch "Gothic" nennen durften, auf den Markt geworfen hat, nun Insolvenz anmelden musste.

Hoffentlich fallen die Rechte an Gothic nun endlich wieder Piranha Bytes zu!

Freitag, 31. Dezember 2010

Jahres-Abschluss-Post

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Sonntag, 22. August 2010

Gamescom 2010

Seit heute früh bin ich wieder zurück im schönen Österreich, zurück von der Gamescom aus Köln, und wie angekündigt gibts hier erstmal einen Reisebericht mitsamt Fotos:

Donnerstag, 19. 08.: Nachdem mein Schulkollege und ich uns am Vortag in Linz zu später Stunde per Zug auf den Weg nach Deutschland gemacht hatten, kamen wir in der Früh in Köln an, ziemlich müde, da das Schlafen in Zügen nicht gerade angenehm ist.
Wir entschlossen uns, zuerst in das Hotel einzuchecken, und danach erst zur Messe zu gehen, eine weise Entscheidung, denn wie wir eigentlich schon fast erwartet hatten, muss es ja irgendwo einen Haken bei einem doch ziemlich zentral liegenden und nur 25 € pro Nacht kostenden Hotel geben... Dort nämlich wurde uns von den Damen an der Rezeption, die nicht einmal deutsch sprachen, mitgeteilt, dass trotz unserer Reservierung kein Zimmer mehr frei sei, und wir zu einem anderen Hotel einige Straßen weiter gehen sollten... Dort natürlich galt unsere Reservierung nicht, aber wenigstens hatten wir Glück und bekamen ein schäbiges, aber erträgliches Zimmer zum selben Preis wie ursprünglich reserviert.
Nach diesem Zwischenfall haben wir uns gleich auf den Weg zum Messegelände gemacht, dass zum Glück nur eine S-Bahn-Station weit entfernt war.
Zuallererst verschafften wir uns einen ersten Überblick über die insgesamt vier Hallen der entertainment area, sowie von den Ausstellern und vorgestellten Spielen. Am Donnerstag war noch ziemlich wenig los, und darum hätten wir den Tag eigentlich besser nutzen sollen und uns gleich bei den längeren Schlangen anstellen sollen, aber wir entschieden uns anders und haben an jenem Tag nur Darkspore, eine Art "erwachsene" Hack&Slay-Version des Evolutions-Simulators Spore, sowie Arcania: Gothic 4, den offiziellen Nachfolger der Gothic-Rollenspiel-Reihe angespielt. Beide waren wenig berauschend, erstgenanntes war eintönig und einfallslos, und letztgenanntes mag zwar ein einigermaßen gutes Rollenspiel sein, aber wohl kein würdiger Nachfolger zu den grandiosen Werken von Piranha Bytes, denn dafür ist es viel zu sehr auf den amerikanischen Markt ausgelegt. Aber davon hatte mich ja bereits der schlechte Trailer im Vorhinein überzeugt.
Den Rest des Tages schlenderten wir noch durch die Hallen, regten uns über die hohen Preise bei Essen und Getränken auf und machten uns dann schließlich wieder auf zum Hotel.

Freitag, 20. 08.: Diesmal waren wir sogar schon vor Öffnung der Hallen vor Ort, und am Freitag waren auch die Besucheranstürme schon größer als am Vortag. Als erstes haben wir uns beim Portal 2-Stand in die Warteschlange eingereiht, was eine gute Entscheidung war: Denn alle dort Anstehenden bekamen Portal2-T-Shirts geschenkt, die aber später scheinbar nicht mehr ausgehändigt und so zu begehrtem Gut wurden.
Nach der Wartezeit wurde uns dann ein Preview gezeigt, dass die Features des Puzzle-Platformers und auch ein wenig das Gameplay zeigte. Und soweit ich das beurteilen kann, kommt mit Portal 2 ein würdiger Nachfolger auf uns zu, der die vorhanden Konzepte sinnvoll erweitert und für jede Menge Rätselspaß sorgen, wenn es auch nun noch schwieriger werden wird.

Als nächstes hat uns dann die Star Wars-Bühnenshow auf der gigantischen EA-Bühne dazu veranlasst, beim Star Wars: The Old Republic anzustehen.
Obwohl es sich bei diesem Titel um ein MMO handelt, denen ich ja normalerweise generell kritisch gegenüberstehe, hatte ich doch einigermaßen große Erwartungen an das Spiel, das ja immerhin von den Rollenspiel-Spezialisten Bioware stammt. Nur leider konnten die drei Video-Präsentationen sowie das 15-minütige Anspielen die Erwartungen nicht erfüllen, denn bis auf die Dialoge hat sich das Spiel wie ein ganz normales MMO gespielt, und das ist mir zu wenig. Wenn mich also ein kommendes MMO überzeugen könnte, wäre dies wohl am ehesten Guild Wars 2, da die Entwickler versuchen, sich so gut wie möglich vom Genre-Standard zu entfernen.
Als wir dann kurz vor 20:00 Uhr die Messe verlassen wollten, liefen wir noch den beiden GameOne-Moderatoren Simon und Budi über den Weg!

Samstag, 21. 08.:
Wieder sind wir schon vor Öffnung der Messe anwesend gewesen, und diesmal taten wir wirklich gut daran, denn die Besucheranstürme waren gigantisch, manchmal konnte man sich kaum mehr durch die Hallen bewegen. Besonders am "Old Republic"-Stand war die Schlange mindestens doppelt so lange wie am Vortag.
Glücklicherweise haben wir uns sofort auf den Weg zum Assassin's Creed Brotherhood-Stand gemacht, wo wir zwar einige Zeit, aber bei weitem nicht so lange wie die Besucher eine Stunde später, anstellen mussten. Nach kurzer Videopräsentation durften wir den Mehrspielermodus anspielen: In einer mit NPCs gefüllten Stadt bekommt dabei jeder Spieler einen anderen als Auftragsziel zugewiesen, den er möglichst unauffällig eliminieren sollte, ohne selbst seinem Verfolger in die Fänge zu geraten - Ein witziges Spielkonzept!

Das letzte Spiel, das wir uns ansahen, war Castlevania: Lords of Shadow, das eine alte Spieleserie wieder neu belebt, wenn auch das Spielkonzept verändert wurde. Denn das Game spielt sich wie ein Titel aus der God of War-Reihe: Mit an Ketten befestigten Waffen (in diesem Fall ein Kreuz) wirbelt und schnetzelt man sich durch Gegnerhorden und Action-Passagen, wie dem Ritt auf einem magischen Pferd, und immer wieder muss man neben den Standard-Gegnern auch größere Bosse erledigen. Alles in allem hat die Demo bei mir einen recht guten Eindruck hinterlassen, und das Setting gefällt mir auch.
Am Freitag hatte ich übrigens auch die Gelegenheit, den ehemaligen PCAction-Onlinegott und Griesmaster Christian Gürnth, der nun in der GameOne-Redaktion arbeitet, zu erblicken!

Nachdem uns die Unmengen von Menschenmassen davon abhielten, noch einmal Guild Wars 2 auszuprobieren, haben wir dann schließlich die Messe verlassen und uns zum Hauptbahnhof aufgemacht, wo die Preise für Getränke sogar noch höher waren als auf der Messe.
Über Nacht von Samstag auf Sonntag sind wir schließlich wohlbehalten ins Heimatland zurückgekehrt.


Alle Spiele, die hier nicht erwähnt wurden, sind entweder ab 18 Jahren freigegeben und somit für uns nicht zugänglich gewesen, oder so uninteressant, dass ich sie jetzt vergessen oder gar nicht erst gespielt habe. Besonders die neuen Bewegungssteuerungskonzepte wie kinect und Playstation Move interessieren mich generell kaum.

Zusammenfassend kann ich jedenfalls sagen, dass die Messe ein tolles Erlebnis war, und auf jeden Fall wieder einen Besuch wert sein wird, am Besten in zwei Jahren, wenn mir dann die Türen der 18er-Stände ebenfalls offenstehen.

Mittwoch, 18. August 2010

Games, ich komm'!

Alle Jahre wieder findet in Deutschland das "größte Messe- und Event-Highlight für interaktive Spiele und Unterhaltung", die GAMESCOM, statt.
Zum ersten Mal nun werde ich selbst in Köln von 19. bis 21. vor Ort sein, zusammen mit Mr. "Mafia2-Fanboy" Schreder!

Wahrscheinlich werde ich einige Fotos schießen und hier reinstellen, und einen kleinen Reisebericht wird es auch geben.

Sonntag, 25. April 2010

Mein erstes Metal-Konzert

Am 24. 4. spielten im Kapu in Linz die Bands Dark Castle und Kylesa, und da mich Last.fm praktischerweise darüber in Kenntnis gesetzt hatte, habe ich mich entschlossen, dem Event auch einen Besuch abzustatten, da es ja nicht oft vorkommt, das eine mir bekannte Band in der oberösterreichischen Hauptstadt auftritt.
Bereits die Vorband Dark Castle hat eine richtig gute Show abgeliefert, und Kylesa brachte dann die Stimmung zum Kochen! Fast alle meine Lieblingssongs haben sie gespielt, darunter Running Red, Scapegoat und Unknown Awareness, und alles hört sich live gleich doppelt so gut an!
Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass das die schädlichste Nacht meines bisherigen Lebens war, sowohl für meine Lunge (Passivrauchen), mein Genick (Headbangen) und natürlich meine Ohren, aber trotzdem war es einfach nur geil!

Donnerstag, 1. April 2010

Erster April

Und wieder einmal ist es soweit: Der erste April, Tag der Scherze und Falschmeldungen, hat wieder für einige lustige Momente gesorgt.
Folgenden Scherzen bin ich über den Weg gelaufen:
Das Wetter verhält sich übrigens auch ganz April-typisch - Es schneit wie mitten im Jänner...

Freitag, 26. Februar 2010

Noch ein HdR-Fan-Film

Bereits vor einiger Zeit habe ich über einen "Herr der Ringe"-Fan-Film mit dem Namen "The Hunt for Gollum" gebloggt.
Nun habe ich auf einem Blog erfahren, dass es einen weiteren Fan-Movie zum wohl besten Fantasy-Werk aller Zeiten gibt:
"Born of Hope" handelt wie "Hunt for Gollum" zeitlich vor "Die Gefährten", und erzählt die Geschichte von Arathorn und Gilraen, den Eltern von Aragorn (dessen Name hoffentlich jedem ein Begriff ist!).
Und da ich damals "Hunt for Gollum" als exzellent bezeichnet habe, muss ich "Born of Hope" wohl einfach nur meisterhaft nennen. Der einstündige Film ist so unglaublich gut, dass man ihn kaum mehr "Fan-Film" nennen kann. Generell kann man sagen: Sowohl Schauspieler, Story, Dramatik, Technik, und generell einfach alles kann wirklich fast mit der Original-Trilogie mithalten, und dass will verdammt noch mal was heißen!
Ich bin immer noch schwer beeindruckt. Wow, einfach nur wow. Jedenfalls habe ich jetzt total Lust, mir die "richtigen" Herr der Ringe- Filme anzusehen.





Unbedingt ansehen - Es lohnt sich!



Nachtrag: Nach dem Film habe (hätte) ich jetzt auch total Lust dazu, ein eigenes Fan-Projekt auf die Beine zu stellen, und zwar eine Verfilmung des Computerspiel-Meisterwerks "Gothic"... Das würde zwar höchstwahrscheinlich 10 mal komplexer als "Born of Hope" werden, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen, oder? ;)

Samstag, 13. Februar 2010

Von wegen Cellos seien langweilig!

Schon die finnische Band Apocalyptica hat bewiesen, dass man mit Cellos mehr als nur klassische Musik spielen kann.
Wegen Songs wie dem folgenden wurde ich auch Fan der Band und habe mir den Großteil ihrer Alben zugelegt.



Als nun in der Lokalbühne Freistadt eine Band mit folgenden Worten angekündigt wurde, war für mich klar das ich mir das nicht entgehen lassen würde:


Die Band Metaphysis besteht aus den drei Cellisten Matthias Bartolomey (*1985), Wolfram Grün (*1984) und Leonhard Roczek (*1983) und siedelt sich musikalisch zwischen Alternative Rock und Metal an.

Seit dem Jahr 2003 versuchen die Musiker unter dem Namen „Metaphysis“ durch verstärkte Auslotung und Erweiterung der musikalischen und klanglichen Möglichkeiten das Klangspektrum des Cellos mehr und mehr zu erweitern. Sie beschäftigen sich intensiv mit der Entwicklung von neuen Spieltechniken, sowie mit der Erschließung von technischen Hilfsmitteln (Tonabnehmer, Effektgerät etc.) für die elektrische Verstärkung bzw. Verzerrung des Celloklanges.

Also habe ich mir die Show Freitag abends im Salzhof in Freistadt angesehen bzw. angehört - und ich muss sagen: Meine Erwartungen wurden übertroffen.
Mit einer unglaublichen Virtuosität und genialen Melodien kann die österreichische Band locker mit Apocalyptica mithalten, und da man bei letztgenannten aufgrund von "Hilfmitteln" wie Schlagzeug und Gast-Sängern oft auch vergisst, dass hier Cellisten am Werk sind, möchte ich fast behaupten, dass Metaphysis die Finnen aus musikalischer Sicht übertreffen.

Jedenfalls habe ich mir nach dem Konzert die "Metaphysis EP"-CD zugelegt und auch gleich signieren lassen - Yeah!

Mittwoch, 27. Januar 2010

Musik-Highlights - Part 3

Russian Circles (wiki) (HP)
Als der Webcomic-Author Jeph Jaques eines Tages wieder einmal den News-Post unter einem seiner Comics dafür nutzte, um für eine Band zu schwärmen, machte ich mich gleich daran, jene Band auf Youtube zu suchen, denn dass Jaques einen guten Musikgeschmack hat, lässt sich schon daran erkennen, dass er Mastodon mag.
Gleich der erste "Song" von Russian Circles (unter Anführungszeichen, da die Lieder der Band außschließlich Instrumental-Stücke sind) hat mich überwältigt - Um Welten ruhiger als die Lieder, die ich sonst höre, aber die genialen Klangwelten, die die Band erschuf, sogen mich ein in die Welt des Instrumental Rock/Metal / Post Rock/Metal / Indie Rock/Metal... oder wie auch immer man dieses Genre nun bezeichnet.

Für mich jedenfalls ist Russian Circles die perfekte Wahl, wenn ich Musikhören will und mich gleichzeitig aber konzentrieren will/muss... Oder auch zum Einschlafen sehr gut geeignet. Natürlich auch zum einfach so-hören. Ich bin jedenfalls froh, die Band entdeckt zu haben.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Musik-Highlights - Part 2

Baroness (wiki) (myspace)
Obwohl ich erst zu Weihnachten die beiden Alben der Band mit den Namen "Red Album" und "Blue Record" bekommen habe, zählen die beiden Scheiben eindeutig zu meinen musikalischen Highlights. Warum? Weil Baroness einfach unvergleichliche Melodien mit einem tollen Stil verbindet, auch wenn dieser etwas an Mastodon erinnert, was aber nicht schlecht ist, im Gegenteil.
Sehr gut gefallen mir auch die CD-Cover der Band.
Alle Lieder der Band sind übrigens auch auf Youtube zu finden, genauso wie 2 Musikvideos und natürlich einige Live-Versionen.

Samstag, 9. Januar 2010

Meine musikalische Reise 2009

Was mich besonders gefreut hat im Jahre 2009, ist die Tatsache, das sich mein Musikgeschmack mehr weg vom Mainstream entwickelt hat, und ich so auch einige wirklich geniale, wenn auch unbekannte Bands entdecken konnte.
Meine Highlights stelle ich euch jetzt verteilt auf mehrere Posts vor:

Mastodon (wiki) (HP)
Durch ein Review in der (damals so genialen) Gaming-Zeitschrift PCAction habe ich Interesse an der Band bekommen, und als ich mir dann "Blood Mountain" zugelegt habe, war ich hin und weg - Die geniale Mischung aus allen möglichen Metal-Stilen, kombiniert mit fantastischen Lyrics, sorgt einfach für Songs die man nicht so schnell vergisst! Des weiteren sprechen mich als Kunst-Liebhaber auch die wundervollen Artworks von Künstler Paul Romano total an, genauso wie die Tatsache, das es sich beim Großteil von Mastodon's Alben um Konzeptalben handelt, so erzählt beispielsweise "Leviathan" die Geschichte von Moby Dick.
Zudem unterscheiden sich die Alben auch gewaltig: Hört man zuerst ein Stück des komplexen und von eher ruhigem Gesang geprägten "Crack the Skye" (übrigens mein Lieblingsalbum 2009!) und danach einen Song des 2002 erschienenen "Remission", könnte man meinen, dass es sich um 2 verschiedene Bands handelt. Somit ist Musik für jede Stimmungslage vorhanden.

Update

Ja, ich lebe noch.

Neue, richtige Blogeinträge folgen wahrscheinlich in Kürze.

Samstag, 14. November 2009

Webcomics!

Vor einiger Zeit habe ich ja mal über Cyanide & Happiness gebloggt.
Auf ein Kommentar von Fred hin habe ich mir den Webcomic xkcd.com, den ich zwar schon kannte, allerdings nicht oft gelesen hatte, etwas genauer angesehen. Und siehe da: Desto mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr Gags verstand ich auch und desto witziger fand ich den Comic.
Und so haben mich die Strips über Internetkultur, Programmieren, Mathematik, Sprache, Liebe, Freie Software, Wissenschaft und Raptoren unzählige Stunden unterhalten und mir unter anderem gezeigt, warum man als Programmierer keinen goto-Befehl benutzen sollte, warum "Der Herr der Ringe" komplizierter ist als "Jurassic Park" und wie die Welt der Online-Communities aufgebaut ist. ;-)
Auch wenn ich manchmal erst einige Minuten herumgooglen musste, bis ich bestimmte Witze verstand. Aber was solls - So lernt man wenigstens noch was.
Jedenfalls bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Author dieses Comics, Randall Munroe, ein wahres Genie ist!
Über die Linkliste jener Comics, die der Author selbst liest, bin ich dann auf Qustionable Content aufmerksam geworden.
Dieser Webcomic ist mit xkcd kaum vergleichbar - Einerseits ist die Zeichentechnik deutlich ausgereifter, und zweitens wird eine fortlaufende Story, mit ausgereiften Hauptpersonen und auch teils recht ernster Hintergrundgeschichte (auch wenn jeder Strip selbst meistens mit einem Witz beendet wird) erzählt. Die Story beschreibt Wikipedia passend: "QC's storytelling style combines romantic melodrama, sitcom, humor about indie rock music, and sexual or scatological humor."
Die zusammenhängende Geschichte hat zur Folge, dass man, will man die aktuellen Comics vollständig verstehen, auch die früheren 1500 Strips lesen sollte, was ich schließlich die letzten Wochen auch getan habe. Sehr schön mitanzusehen ist auch, wie sich der Grafikstil von Comic #1 bis zum aktuellen sehr positiv weiterentwickelt hat.

Weiters lese ich des öfteren den sich um das Gaming drehenden Webcomic "Penny Arcade", die kurzen Strips des deutschen Comiczeichners "Flix", und die immer aus den selben Bildern bestehenden "Dinosaur Comics" von Ryan North.

Montag, 19. Oktober 2009

Risen




Obwohl ich wie berichtet die Risen Collectors Edition, das neue Spiel meines Lieblingsentwicklerstudios Piranha Bytes, erst eine Woche nach Release in Händen halten durfte, habe ich das Spiel nun schon durchgespielt und werde nun meine Meinung dazu kundtun.
Typisch für meinen Blog handelt es sich um einen gigantischen Post, den sich auch sicher keiner durchlesen wird, da alle gleich zum Fazit springen werden :P
Aber was solls.


Zuerst zum Inhalt der Collectors Edition:
10 Euro über dem Preis der normalen Version ist diese preislich angesiedelt, ich habe bei Amazon 55 € dafür bezahlt.
Leider muss ich sagen, dass ich mir deutlich mehr erwartet habe.
Folgendes ist enthalten:
  • Eine Karte der Insel Faranga aus der Hand des königlichen Kartenzeichners
Überraschend kleine Karte, sieht aber schön aus und wurde zusammengerollt geliefert. Schön zum an die Wand hängen.
  • Der epische Soundtrack zum Spiel, komponiert von Kai Rosenkranz
Der Soundtrack ist wieder einmal genial. "Leider" ist die CD aber auch in der normalen Version enthalten, und ist somit kein richtiges Feature der CE.
  • Making-of-DVD von Risen mit exklusivem Piranha-Bytes-Interview
Das Making-of ist 20 Minuten lang, davon wurden 10 Minuten bereits vor dem Release veröffentlicht - Auch das lässt den Wert der Collectors Edition ein wenig sinken.
Leider handelt es sich nur um ein Interview mit verschiedenen Entwicklern. Ein Making-of àla Medieval 2: Total War, in dem auch Szenen direkt aus der Entwicklung gezeigt wurden, wäre wünschenswert gewesen.
Das "exklusive Piranha-Bytes-Interview" ist logischerweise auch ein Interview, genaugenommen plaudern vier der Entwickler eine halbe Stunde lang über alles mögliche, mit dabei sind der Soundtrack-Komponist Kai Rosenkranz und der Art-Director Ralf Marczinczik. Für Leute, die nicht nur das Spiel selbst, sondern auch die Entwickler im Hintergrund interessieren, (und zu diesen Leuten zähle ich mich) ist dieses Interview sicher etwas schönes.
Zudem wurden auf die DVD auch gleich die ganzen Risen-Trailer draufgepackt. Auch nicht schlecht.
  • Spezieller A1-Posterdruck, mit den Autogrammen von Piranha Bytes
Ein schön großes doppelseitiges Poster, einmal mit dem Covermotiv der normalen Version, und auf der anderen Seite mit diesem Bild hier, mit (natürlich kopierten) Signaturen der Entwickler.
  • Zugangscode zum Betatest des nächsten Piranha-Bytes-Spiels
Ähm, ja. Klarerweise kann ich das noch nicht bewerten, da die Piranhas noch kein neues Spiel herausgebracht haben. Allerdings: Ich bin nicht der einzige, der sich ernsthaft fragt, wie das geregelt werden soll, das tausende CE-Käufer an einem Beta-Test teilnehmen sollen... Wir werden sehen.
  • Artbooklet über die Entstehung des Helden und anderer Charaktere
Dieses kleine Heftchen ist leider ein Witz. Mehr als ein paar im Vorfeld schon veröffentlichte Postermotive und einige weitere Bilder und Renderings sind nicht enthalten. Der einzige Text findet sich in den Überschriften. Selbst für ein Art-Booklet ist das noch zu wenig.
  • Gnom- und Ghul-Stickerset
Naja, ein Stickerset. Irgend einen Platz für die drei Aufkleber werd ich schon finden. Vielleicht.
  • Exklusiver Risen-Comic
Wenigstens der Comic hat Qualität. Aus der Sicht der zwei Hauptpersonen Don Esteban und Inquisitor Mendoza erzählt er die Vorgeschichte des Spiels. Die perfekte Lektüre während des Installationsvorgangs. Nur etwas länger hätte er sein dürfen. (Einige Vorschau-Bilder aus dem Comic hat der Zeichner übrigens auf DeviantArt veröffentlicht.)

Das Handbuch, das natürlich auch in der normalen Edition enthalten ist, ist übrigens auch recht gut geworden - Nützliche Tipps, ein kleines Bestiarium und Erklärungen helfen Einsteigern, sich zurecht zu finden.
Außerdem beweist Publisher Deep Silver Community-Freundlichkeit mit einer netten Aktion: Kurze Zeit lang hatte man die Möglichkeit, sich im Deep-Silver-Forum anzumelden, und dort in einen bestimmten Thread zu posten. Wer es bis zum Ablauf der Frist geschafft hat, wurde mit seinem Usernamen im Handbuch auf einer der vier dafür vorgesehenen Seiten verewigt. Ich bin übrigens auch unter dem Namen "Mr. Mahoo" vorhanden ^_^

Übrigens: Die ganzen USK- und Games for Windows Live - Logos sind nicht direkt auf die Schachtel gedruckt, sondern auf eine extra Hülle - Schön gelöst!

Aber nun zum eigentlichen Spiel!


Für alle unwissenden: Was ist Risen?
Risen ist quasi die inoffizielle Fortsetzung der Spieleserie Gothic und somit ein Einzelspieler-Action-Rollenspiel. Das heißt, man zieht durch die Welt, erfüllt Missionen, redet mit Personen, kämpft gegen Monster und entwickelt sich vom anfänglichen Schwächling zum Retter der Welt.
Vor Risen haben haben die deutschen Entwickler Piranha Bytes die Gothic-Serie entwickelt, nach dem Debakel von Gothic 3 haben sie die Rechte an den Publisher JoWood verloren.

Die Handlung (Spoilerfrei)
Der Meilenstein der Piranha Bytes, Gothic 1, hatte neben einer Vielzahl an guten Qualitäten auch eine richtig epische und geniale Story, die einige Plots und unerwartete Geschehnisse zu bieten hatte. Leider hat jedes folgende Spiel ein wenig an Story-Qualität verloren, in Gothic 3 war schließlich im Prinzip keine Geschichte mehr vorhanden beziehungsweise diese einfach total unwichtig.
Im "Neuanfang" Risen ist zum Glück wieder mehr Story vorhanden, beziehungsweise ist die Story mehr in den Vordergrund gerückt. De facto erfüllt man ab dem dritten von insgesamt vier Kapitel fast ausschließlich (verzweigte) Hauptmissionen, da man so gut wie alle anderen Quests wahrscheinlich schon vorher gelöst hat. Leider ist die Geschichte aber auch nur so lange gut, bis man in Kapitel 2 - 3 schließlich den Plot erfährt und sich quasi schon denken kann, wie das Spiel enden wird. Also sehr linear und vorhersehbar.
Aber wenigstens lässt sich der Story ein gewisses Maß an "Epicness" nicht abstreiten.
Ein wenig enttäuschend und offen ist nur leider das Ende. Aber da sowieso von Anfang an eine Fortsetzung geplant war, bin ich einfach mal auf Teil 2 gespannt.

Die Spielewelt
Wenn die Piranhas etwas besonders gut können, dann ist das das Erstellen von glaubhaften, wunderschönen und perfekt an das Gameplay angepassten Welten. Die Spielwelt, die in Risen eine Vulkan-Insel darstellt, wirkt einfach wie von selbst gewachsen.
So gibt es dunkle und gefährliche Sümpfe, feurige Höhlensysteme unter dem Vulkan, dichte Dschungelvegitation am Strand und und und. Auch die Städte und Lager sind sehr intelligent angelegt und weder zu groß noch zu klein.
Auch ist die Welt "logisch versperrt" - Um ein Gebiet zu erreichen, das erst ab Kapitel 2, 3 zugänglich sein soll, muss man einen Tunnel passieren, der von starken Gegnern besetzt ist - Vorbeikommen ist anfangs (fast) unmöglich.

Und auch wenn die Spielewelt im Vergleich zu Gothic 3 sehr stark an Größe eingebüßt hat, macht sie das dann an Glaubwürdigkeit und Detailverliebtheit wieder wett.

Auch die Bewohner der Welt wurden Piranha-Bytes-typisch sehr glaubhaft in ihre Umgebung eingepflegt. Bis auf eine kleine Ausnahme nimmt man jedem NPC seine Rolle sofort ab. Außerdem ist fast jeder Charakter (sofern er einen Namen trägt), etwas besonderes. So gibt es sturzbetrunkene Jäger im Banditenlager, trottelige Novizen und schlecht aufgelegte Inquisitionskämpfer. Auch die wichtigen Hauptcharaktere wie der Inquisitor Mendoza und Don Esteban kommen mit ihren Zielen und Vorhaben sehr glaubhaft rüber. Nur sehen sich manche Personen auch teilweise ziemlich ähnlich.
Dazu kommt die verbesserte künstliche Intelligenz, beispielsweise in Sachen Laufwege, oder die natürlich wieder perfekt vertonten Dialoge.

Der Held ist zwar vollkommen in Ordnung, allerdings auch nichts wirklich besonderes geworden. Zwar hat er in Dialogen recht oft den einen oder anderen Witz oder coolen Spruch auf Lager, aber er kann einfach mit dem "altem" Gothic-Helden nicht mithalten. Das muss er allerdings auch nicht, denn gut genug ist der erneut namenlose Weltenretter auf jeden Fall.



Faszinierend sind auch die Monster - Auch wenn vieles doch sehr stark an Viecher aus der Gothic-Reihe erinnert - Es gibt auch genauso viele neue Gegner, die alle hervorragend designed und glaubhaft umgesetzt sind.
Ein Beispiel sind die Gnome: Die kleinen nasebohrenden Männchen marschieren mit ihren unzähligen Taschen durch die Spielewelt und sacken ein, was nicht nieht- und nagelfest ist, öffnen Truhen, setzen sich ans Lagerfeuer und wärmen sich die Fußsohlen. Kommt man ihnen zu nahe, fangen sie an zu grunzen und springen auf und ab, heben ihre Waffe drohend über den Kopf. Kommt es zum Kampf, werfen sie zuerst mit allen möglichen Gegenständen wie Äpfeln und Fischen nach dir, bis sie sich beherzt in den Nahkampf stürzen.
Zwar sind nicht alle Gegner mit einem so vielseitigen Verhalten ausgestattet, trotzdem verhält sich kaum ein Monster wie ein anderes.
Auch die Gegenstände und Waffen sind schön designed und gut ins Spiel integriert.
Richtig gut geworden sind auch die meisten Nebenquests - Von Standard-Missionen wie dem Töten von 4 hungrigen Wölfen bis zu ausgefallenen Questreihen, die sich beispielsweise um den Schatz eines legendären Piratenkapitäns drehen, ist alles vertreten. Piranha-Bytes-typisch finden sich auch viele lustige Quests und Dialoge, die manchmal auch Anspielungen auf andere Spiele oder Filme beinhalten.

Was allerdings nicht so leicht zu übersehen ist, sind teilweise die wirklich auffälligen Paralellen zum Gothic-Universum. Eine Hafenstadt, von einem ritterlichen Orden kommandiert, Magier, die sich in einer Festung niedergelassen haben, ein Trupp Banditen im Sumpf - Sehr vieles erinnert wirklich an Teil 2 der Gothic-Reihe und dessen Add-On. Vieles ist wohl auch eine beabsichtigte Anspielung, etwa der erneut auftauchende Leuchtturmwärter Jack, aber manchmal kommt einem alles einfach viel zu bekannt vor. Auch manche Quests wurden teilweise fast 1:1 aus den "Vorgängern" übernommen.

Womit Risen ohne Zweifel punkten kann, ist die Geräuschkulisse. Wenn man durch den dichten Wald streift, derweil ein Gewitter am Himmel tobt und man plötzlich das furchterregende, wütende Brüllen einer gefährlichen Aschebestie vernimmt, ist das einfach Atmoshäre pur. Neben Gegner-Sounds, Geräuschen und Dialogen ist auch die Musik eine wahre Glanzleistung: War es bei Gothic 3 noch so, das die idyllische orchestralische Musik bei jedem noch so kurzen Kampf unsanft von einem pompösen, epochalen und immer gleichem Musikstück abgelöst wurde, welches dann je nach Kampflänge auch sehr schnell wieder unterbrochen wurde, hält sich die Musik in Risen eher im Hintergrund. Nie wirkt sie übersteuert, stets trägt sie zur Atmoshäre bei, die einzelnen Musikstücke wechseln sich dynamisch ab. Und kommt es dann zu einem Kampf, setzt, manchmal kaum merkbar, ein ähnliches Musikstück mit etwas rasanteren Elementen ein. Die Übergänge sind fast perfekt, und auch ist der Soundtrack, komponiert von Kai Rosenkranz, sehr hörenswert.

Gameplay

Nun zum Wohl wichtigsten Aspekt: Dem Gameplay, dem Spielgefühl und Ablauf an sich.
Obwohl ich anfangs vermutet oder wohl eher befürchtet habe, das Risen gameplaytechnisch wohl ein paar Krankheiten von Gothic 3 geerbt hätte, war das zum Glück nicht der Fall. Vielmehr erinnert alles ziemlich stark an Gothic 1: Man muss sich erst in der Welt zu recht finden, herausfinden, welche Pläne die einzelnen Gruppierungen und Personen anstreben, und zu wem man am besten passt.

Das Gameplay selbst ist auch wieder sehr Gothic-typisch: Durch das Töten von Monstern und das Erledigen von Aufgaben erhält man Erfahrungspunkte, bei einer bestimmten Anzahl steigt man eine Stufe auf und erhält 10 Lernpunkte. Diese kann man dann in Fähigkeiten wie Taschendiebstahl, Schwertkampf, Mana und ähnliches investieren. Auch Nebenberufe wie Alchemie sind erlernbar. So wird man immer stärker, schließt sich dann am Ende von Kapitel 1 einer Fraktion an und erledigt dann noch einige Nebenquests und die Hauptstory.
Soweit, so gut, das ist Rollenspiel, wie es Gothic-Spieler gewöhnt sind, nun zu den Schwächen:
Erstens hat man, wie schon oben erwähnt, nach Kapitel 2 kaum noch Nebenquests zu erledigen und erarbeitet sich seine Erfahrungspunkte nur mehr durch das Abschlachten von Gegnern.
Auch wird eben das vor allem am Schluss, wo man dermaßen von guten Waffen überschwemmt wird (jedenfalls als Schwertkämpfer), dass man viele coole Schwerter nie in Verwendung hatte, ziemlich leicht. Nur mehr ein paar Monster können einem gefährlich werden, alles andere ist Kanonenfutter. Falls überhaupt noch etwas anderes übrig ist, denn wer schon in Kapitel 3 die gesamte Fauna eliminiert, wird in Kapitel 4 nicht mehr viel finden, das durch den Wald keucht und fleucht. Teils fehlt auch einfach die Herausforderung, da bieten die Tempelruinen eine schöne Abwechsung, da man dort auch nette Schalterrätsel lösen muss.
Auch Gold und (in meinem Fall) Lernpunkte stauen sich am Ende dann doch, weil es einfach keinen Verwendungszweck mehr gibt dafür.

Was auch sehr zweifelhaft ist: Der Endgegner. Ohne etwas verraten zu wollen: Es macht schlussendlich keinen Unterschied, welche Ausrüstung man zusammengesammelt hat und welche Kampftechnik man bevorzugt, man kann den Boss nur auf eine bestimmte Weise besiegen. Das nimmt dem Rollenspielaspekt am Schluss irgendwie doch ein wenig den Sinn, und hat sicher dem ein oder anderen Spieler den Spaß letztendlich noch kräftig verdorben, auch wenn ich nicht so das Problem damit hatte.



Generell kann man wohl sagen, dass das erste Kapitel den spielerischen Höhepunkt darstellt. Zum Glück dauert dieses auch am längsten, während die anderen Abschnitte vergleichsweise schnell geschafft sind. jedenfalls wird das Spiel gegen Ende hin leider immer schlechter, was aber nicht heißt, dass es insgesamt schlecht ist, im Gegenteil.

Was allerdings auch sehr schade ist, ist die Tatsache, das Risen in manchen Aspekten wohl zu sehr versucht, Gothic-Neulingen einen leichten Einstieg zu ermöglichen und damit aber gleichzeitig die Veteranen der Serie verärgert:
Wenn man zum Beispiel einen hungrigen Wolf tötet, der für eine Quest bestimmt ist, wird links "Hungriger Wolf 1/5" angezeigt - Auch wenn die Quest noch gar nicht angenommen wurde. Auch kann man die Missionen schon vor Annahme abschließen - So etwas ist Gothic-untypisch und verärgert mich auch.
Was allerdings noch ärgerlicher ist, ist die Tatsache, dass im Vorfeld in den Foren eigentlich recht groß der "Retro-Modus" angekündigt wurde. Per Änderung in der .ini-Datei kann man dieses "Feature" aktivieren, es führt zwar dazu, das Quests nicht vorzeitig erfüllbar sind und nervige Hilfstexte aufploppen, hat aber leider auch den Nachteil, das man keine Erfahrungspunkte für erledigte Aufgaben erhält, was das ganze Spiel um einiges schwerer und langweiliger macht, da man sich die nötige Erfahrung durch das Töten von Gegnern aneignen muss. Wäre im Vorfeld nicht so oft auf diese "tolle Einstellungsmöglichkeit für Gothic-Veteranen" hingewiesen worden, würds mich wahrscheinlich auch nicht sonderlich stören. Aber so...
Auch die Steuerung ist mir manchmal doch "zu komfortabel" - Wenn ich Spruchrollen-Schutz-und Verstärkungs-Zauber auf Schnelltasten legen kann, und mich dann per Knopfdruck schnell mal "buffe", erinnert mich das eher an ein namhaftes MMO als an Gothic...




Was allerdings trotz Befürchtungen meinerseits toll gelöst wurde, ist das Kampfsystem. So kann man zwar anfangs im Prinzip nur einen Schlag ausführen und blocken, allerdings kann man auch Schlagkombinationen einsetzen und, je nach Höhe des Kampf-Skills, auch Seitwärtsschläge und Konterattacken ausführen. Eine wichtige Komponente ist auch das Ausweichen, das nach hinten oder nach links/rechts möglich ist - Damit kann man den Angriffen des Gegners leicht entgehen und sofort zum Gegenschlag ausholen.
Sehr positiv anzumerken ist, das jeder Gegner eine eigene Kampfstrategie erfordert: Keilern beispielsweise sollte man lieber ausweichen und von der Seite angreifen, da sie einem das Schild beiseite schlagen können. Bei manchen anderen Gegnern wiederum bringt ausweichen überhaupt nichts.
Zur Spielzeit: Nach ungefähr 38 Stunden habe ich im Prinzip jedes Fleckchen der Insel erforscht gehabt und bin mit 30 ungenutzten Lernpunkten auf direktem Wege zum Endgegner. Für ein normales Spiel ist das schön viel, das Problem ist nur: Da die Welt so klein ist, wird es beim erneuten Durchspielen (was ich sicher vorhabe) wohl nicht mehr soviel zu entdecken geben...
Somit kann man wohl zusammenfassend sagen: Risen greift gameplaytechnisch zwar das bewährte System der Gothic-Teile auf, verbessert es auch teilweise, allerdings fehlt ein wenig die Motivation im späteren Spielverlauf.


Technik

Grafisch hat im Vergleich zu Gothic 3 sowohl ein Schritt nach vorne als auch ein Schritt zurück stattgefunden - Einerseits sind Objekte sowie Texturen nicht mehr so hochauflösend, weiter entfernte Umgebungen verschwimmen zusehens und auch ein paar andere Kleinigkeiten fallen negativ auf, allerdings liefert die Engine alles in allem eine sehr atmoshärische, stimmige und vor allem ressourcensparende Grafik. Ich habe das Spiel anfangs auf mittel gestellt und konstant mit einer fluffigen Framerate spielen können, nur in der Vulkanfestung (wahrscheinlich wegen der Vielzahl an Fackeln) kam es zu ein paar Leistungseinbrüchen.
Auch habe ich nie das Verlangen gehabt, die Grafik höher zu stellen, da mir die optische Qualität auf Mittel vollkommen ausreichte.
Bei Gothic 3 hatte ich die Grafikeinstellungen auch auf Mittel, allerdings hatte ich bei dem Game wohl nie mehr als 20 Frames/Sekunde... Zudem kam es auch oft zu längeren Unterbrechungen, sowie sehr langen Ladezeiten.
Auch das wurde in Risen besser gelöst - Sowohl die Schnellspeicher-, wie auch die Schnellladefunktion tragen diesmal endlich wieder ihren Namen zu recht!
Der Schnellspeichervorgang dauert meist kürzer als eine Sekunde und auch das Laden an die fünf Sekunden.
Das erstmalige Laden nach Spielstart dauert natürlich etwas länger, ist aber auch noch locker im Bereich des zumutbaren. Auch wenn es stört, das der Ladebalken eigentlich nicht den Ladefortschritt anzeigt, sondern einfach immer wieder voll wird.

Eine der auffallendsten und schönsten neuen Grafik-Effekte sind die volumetrischen Lichtstrahlen, die die Atmoshäre sehr schön bereichern.
Und auch sind bei Risen wieder meine geliebten leuchtenden Kristalle in den Höhlen dabei, diesmal sogar in verschiedenen Farben.



Bei Risen sorgt auch wieder ein Physiksystem dafür, dass besiegte Gegner durch die Luft wirbeln. Leider ist dieser Effekt aber oft etwas zu übertrieben, so fliegen auch sehr große, schwere Gegner gerne Mal einen Meter durch die Luft, was recht nervig ist.

Da Risen ja quasi der geistige Nachfolger des doch recht schwer von Bugs geplagten Gothic 3 ist (auch wenn ich persönlich mehr die fehlende Story und das unzureichende Balancing als störender empfinde als die Bugs), waren viele Spieler, ich eingeschlossen, skeptisch, ob Risen denn nun wieder von Fehlern geplagt sein würde.
Zum Glück ist dies eindeutig nicht der Fall. Risen ist für ein Rollenspiel (vor allem für ein Piranha-Bytes-Rollenspiel) erstaunlich bugfrei. Ein paar Sachen sind mir aber doch aufgefallen:
  • Wie in fast jedem Spiel kam es ein paar seltene Male vor, das Gegner in Wänden oder Gegenständen stecken blieben.
  • Ich scheine der einzige zu sein, bei dem Risen auch abgestürzt ist - Bei mir war es zweimal im selben Tempel, an fast der selben Stelle, nachdem ich nach einer in beiden Fällen ähnlichen Situation schnellladen wollte. Das ist nicht weiter schlimm und mir auch noch nicht wieder passiert. War also ein Einzelfall.
  • Einmal war das 3D-Mesh eines Frauenkörpers verschwunden, der NPC hatte dann nur noch Kopf und Rüstung. Nach Spielneustart war das Problem behoben.
  • Ein Raum des Klosters war auch einmal "durchsichtig", man konnte noch darin gehen, allerdings auch durch den Boden sehen (siehe Screenshot). War auch nicht weiter schlimm, neu Laden und das Problem war gelöst.
  • Auch war die Darstellung von Schild und Schwert, das der Held auf dem Rücken trug, nicht gut gelöst: Sofern man noch keine dicke Rüstung trug, schwebten die Gegenstände einfach hinter dem Rücken des Helden, was vor allem in den Gesprächen deutlich zu sehen war.
  • In Foren hört man immer wieder, das einige Missionen verbuggt sind, auch die Hauptquest soll, wenn man sich dämlich anstellt, nicht mehr lösbar sein. Ich hatte jedoch keinen solchen Fehler. (Auch wenn ich das zweimal gedacht hätte - Hing allerdings nur mit meiner eigenen Dummheit zusammen ^^)
Alles in allem also halb so wild.


Fazit

Klar ist Risen nicht besser als Gothic 1 und 2. Klar ist Risen kein Meilenstein der Spielegeschichte, und natürlich hat es auch seine Macken. Aber trotzdem ist es ein vor allem anfangs sehr spaßiges Rollenspiel, das teilweise die besten Elementen aus den bisherigen Gothic-Teilen vereint.
Gothicliebhaber oder einfach Rollenspieler, die auf typisches RPG àla Piranha Bytes abfahren, sollten zugreifen, denn für mich ist RISEN jedenfalls das Spiel des Jahres 2009.
Das gibt von mir die Höchstnote! ÒLE!






Sonntag, 18. Oktober 2009

Design-Veränderung

Endlich hab ich es fertig gebracht, das Blog-Design ein wenig zu verändern.
Jetzt gibts eine neue Hintergrundfarbe sowie ein Hintergrundbild.
Sollte jemand Darstellungsprobleme haben, bitte melden, damit ich versuchen kann, das zu regeln.

Ich habe übrigens jetzt RISEN zum ersten Mal durchgespielt, bald wirds den großen Test geben.
Ebenfalls geplant sind ein großes Special über die Band Mastodon und vielleicht eine Reihe mit lauter Skizzen aus meinen abertausend Blockzetteln... Wir werden sehen.

Sonntag, 11. Oktober 2009

"Wahlen"

Bei uns in der Schule hat es wieder einmal Schulsprecherwahlen gegeben. Und wie letztes Jahr hatten wir null Ahnung, welche Pläne und Vorhabungen die einzelnen Kandidaten überhaupt haben.
Natürlich kam es, wie es kommen musste: Viele haben ungültig gewählt, einige Stimmen haben unter anderem Chuck Norris, Linus Torvals, Bruce Lee, Richard Stallman und Gollum bekommen. Mein Stimmzettel war übrigens auch ungültig, um genau zu sein, war er wohl der ungültigste von allen ;-)
Aber naja... Solange ich und meine Klassenkameraden bei einer wichtigen Wahl nicht genauso handeln, ist ja alles in Ordnung.

Und damit dieser Post nicht ganz so sinnlos wird, gibts hier noch ein wenig Musik:


Ich blogge gerade übrigens unter Ubuntu, weil ich noch Hausübung für C-Programmieren zu erledigen habe... Mal schauen, ob ichs noch hinkriege.

Samstag, 10. Oktober 2009

Kleiner Vorgeschmack

Da ich nun endlich auch im Besitz des Rollenspiel-Hits und in inofiziellen "Gothic" - Nachfolgers "RISEN" bin (Eine Woche nach Releasetermin am 2. 10 - Amazon hat erst am Freitag versandt und ab Sonntag bin ich ja wieder im Schülerheim - Nie wieder Vorbestellung!), werde ich es erstmal ausgiebig spielen und Spaß damit haben.
Sobald ich es (wahrscheinlich mehrmals) durchgespielt habe, werde ich auch einen Test dazu verfassen.
12 Stunden lang habe ich die Insel bereits erkundet und bisher bin ich auch in keinem Aspekt enttäuscht worden. Ein Hoch auf die Pirahna Bytes!

Montag, 28. September 2009

Dark Corners Of The Earth
























Einige Zeit ist es eigentlich schon her, als ich mir das Budget-Game "Call of Cthulhu - Dark Corners of The Earth" zugelegt habe.
Für mich als H. P. Lovecraft - Fan bin ich für den Cthulhu-Mythos eigentlich immer zu haben, natürlich um so mehr, wenn er in Spielform daherkommt.

Die Story ist schön Lovecraft-typisch: Als Privat-Detektiv versucht man das Verschwinden einer Person aufzuklären, bis man die Wahrheit und jede Menge kranke Monster entdeckt. Eins vorweg: Nicht-Kenner der Cthulhu-Mythos werden mit dem Spiel vielleicht wenig Freunde haben, da die Lovecraft'sche Atmoshäre und das ständige Aufspüren von Verbindungen zu den Geschichten (vor allem "Schatten über Innsmouth") eigentlich den Hauptreiz des Spieles darstellt.
Vom Genre her lässt sich "Call of Cthulhu" nicht ganz einteilen, denn das Gameplay durchläuft während des Spieles einen ziemlichen Wandel.
Anfangs läuft man noch unbewaffnet in der Ego-Perspektive durch die Gassen von Innsmouth, redet mit Dorfbewohnern und schleicht an Wachen vorbei, auch ein paar Rätsel sind zu bewältigen. Einige davon sind sogar ziemlich nervenaufreibend, wenn man nicht um die Ecke denkt.
Im späteren Spielverlauf stockt sich das Waffenarsenal zusehens auf, von Revolver über Maschinengewehr bis zu einer Alienwaffe ist so einiges geboten. Allerdings heißt das nicht, das man sich einfach wie in einem x-beliebigen Ego-Shooter durch die Gegner metzeln kann - Man muss gezielt vorgehen, oft auch an Gegnern vorbeischleichen und Munition präzise einsetzen, nur so erreicht man den Levelausgang, und das ist oft schwerer als gedacht, ich jedenfalls hatte öfters meine Probleme und musste einen Walkthrough aufrufen.
Das Spiel ist in mehrere Kapitel unterteilt, verschiedene verrückte, detailreiche Locations sorgen für Stimmung. Auch das Gegner-, und generelle Design ist in Ordnung. Womit wir beim Punkt Grafik angelangt wären. Mir persönlich ist ja eigentlich die Grafikqualität nicht ganz so wichtig, und in "Call of Cthulhu" leistet die Engine einen guten Dienst und sorgt für die nötige Stimmung, und das genügt.
Soundtechnisch ist eigentlich, soweit ich mich erinnern kann, nichts zu bemägeln.
Atmoshärisch ist das Spiel auf jeden Fall top inszeniert: Scripts wie das Einbrechen des Bodens sorgen für Action, und keine Anzeige "verunziert" das Interface - Ist man verletzt, macht sich das durch Verschwimmen der Sicht, Bluttropfen am dem Schnaufen des Charakters bemerkbar. In einem solchen Fall sollte man ins Inventar gehen, und sich dort an den entsprechenden Stellen versorgen.
Ebenfalls inovativ ist die Tatsache, das Jack Walters, eben der vom Spieler geführte Charakter, an mentaler Stärke verlieren kann. Auch wenn ich es nie "geschafft" habe, soll es auch möglich sein, dass er sich bei einem gewaltigen geistigen Zusammenbruch selbst erschießt.
Auch schön ist die Tatsache, dass es verschiedene Enden und Bewertungen gibt, je nachdem, wie man sich an bestimmten Stellen entschieden hat - Ich beispielsweise war nicht in der Lage, eine bestimmte, für die Story wichtige Person zu retten - Das Game ging trotzdem weiter, mein Ranking war allerdings verschlechtert - Naja, obwohl das nichts positives ist, freue ich mich über so viel Freiheit.
Negativpunkte sind teilweise die Steuerung, die manchmal ziemlich bockig ist, sowie die KI, die man sich ja gerade noch damit erkären kann, das die meisten Gegner hirnlose Fischmonster sind.
Auch sehr seltsam für ein Horrorspiel ist, dass die Gegnerleichen sofort verschwinden, und mit sofort meine ich sofort: Manchmal sind sie noch gar nicht richtig zu Boden gefallen. Das stört einfach die Atmoshäre!
Auch fehlt an manchen Stellen die Motivation, weiterzuspielen, was an unfairen Speicherpunkten, unklaren Aufgaben und dem Schwierigkeitsgrad liegt. Ich habe jedenfalls ein halbes Jahr "gebraucht", um das Spiel in etwas mehr als 9 Stunden durchzuspielen.
Das hat allerdings noch einen anderen Grund, der mich und die spiele, über die ich schreibe, scheinbar heimsucht: BUGS.
Hin und wieder tauchen kleine Fehlerchen auf, die kaum stören - Es gibt allerdings 2 gewaltige Schnitzer, die mir den Spaß wieder einmal verdorben haben.

Bei Mega-Bug Nummer 1 befindet man sich auf einem Schiff, vor einem liegt das Riff. Dann soll man mit einem Bordgeschütz auf irgendwelche Priester auf dem Riff schießen. Das Problem: Die Gegner sind nicht sichtbar! Das sorgt für ordentlich Frustpotential. Will man weiterkommen, muss man sich wohl oder übel die Positionen der Gegner aus Screenshots und Videos von Leuten, die dieses Problem nicht hatten, merken. Ich war jedenfalls nicht der einzige mit diesem Fehler.

Ganz hinterhältig ist noch ein Bug ganz am Schluss, nach dem "Endgegner". Lustigerweise weiß ich gar nicht, ob es wirklich ein Bug ist oder einfach nur eine extreme Frechheit seitens der Entwickler, aber aufgrund der zahlreichen Reklamationen von anderen Spielern, die das selbe Problem haben, nehme ich ersteres an.
Man befindet sich in einer einstürzenden Höhle und muss flüchten, allerdings wird man an einer bestimmten Stelle IMMER von den Felsen erschlagen. Ich wäre gerne gewillt gewesen, das öfter als 5 Mal auszuprobieren, nur leider ist der Speicherpunkt davor so ungünstig platziert, dass man 2 langweilige Sequenzen über sich ergehen lassen muss, bevor man es überhaupt ein weiteres Mal versuchen kann. Das hat mich so aufgeregt, dass ich spontan einen Rage Guy-Comic darüber erstellen musste:





















Jedenfalls lag die einzig für mich ersichtliche Lösung darin, einen Trainer für das Spiel downzuloaden, der meine Laufgeschwindigkeit um einiges steigert. Geholfen hats.

Das nächste Problem war quasi ein "alter Bekannter" aus Splinter Cell 4: Einfach während der Endsequenz hängt sich das Video auf. Zum Glück war es, soweit ich das beurteilen kann, eh ganz am Schluss, aber trotzdem nervt so etwas einfach. Vor allem, weil es immer wieder mir passiert :/
Noch etwas lustiges, das mir beim Ausstauschen des Trailer-Files aufgefallen ist:
Wofür "ToDo" steht, werden sich wohl auch Leute mit geringen Englisch-Kenntnissen denken können. Die Entwickler/Publisher wussten das aber scheinbar nicht ;-)
(Großklickbar!)




















Kommen wir also nach einer erneuten strukturlosen Rezension mit langem Bug-Report-Teil zur Wertung: Die war diesmal besonders schwer. Einerseits macht das Spiel Spaß, eben vor allem durch die Atmosphäre, ein tolles Design sowie die fesselnden Scripts.
Aber die Bugs, die BUGS!, sowie einige Gameplay-Schwächen lassen keine tolle Wertung zu.
Trotzdem war ich schließlich mit 7/10 eigentlich recht großzügig...





Wer aber Cthulhu für ein indisches Fleischgericht und Lovecraft für einen Pornofilmdarsteller hält, soll 2 - 3 Punkte von der Wertung abziehen und am Besten einen Bogen um das Spiel machen.
Fans des Tintenfischmonsters, die auch was vertragen können, machen für rund 8 Euro nicht mehr wirklich viel falsch.